Die Star Wars Celebration 2023 – Ein Liebesbrief an das Franchise

von | 04, Jul, 2023 | Über Star Wars

Wir schreiben das Jahr 2022, ich kann das genaue Datum nicht mehr nennen, aber es muss zwischen dem 26. und 29. Mai gewesen sein, denn in diesem Zeitraum findet gerade in Anaheim, Kalifornien, die 16. Star Wars Celebration statt. Ich und einige andere Star Wars-Begeisterte haben uns auf dem Discord-Server des Bucketheads Podcasts zusammengefunden um gemeinsam den Livestream zu verfolgen. Ich sitze vor meinem Laptop, neben dem Display das grelle Licht meiner Schreibtischlampe. In der linken Hand halte ich das Modell eines Quadrijet-Transferschleppers, kurz Quadjumper, für das X-Wing Miniaturenspiel, in der rechten Hand einen Pinsel. Ich bin vertieft, das Modell bekommt einen neuen Anstrich von mir, der Stream läuft nebenbei. Irgendjemand sagt: „Katee Sackhoff kommt auf die Bühne!“ Das interessiert mich. „Da schaut sogar Tom auf.“ – Gelächter. Noch habe ich keine Ahnung, dass ich nicht mal ein Jahr später vor der echten Katee Sackhoff stehen werde…

Ich wusste gar nicht mehr, wie sehr ich mir das gewünscht habe

 iimimme,,,tDie 16. Star Wars Celebration endete, und wie das eben so Tradition ist wird am letzten Tag bekannt gegeben wo und wann die nächste Celebration stattfinden wird – nächstes Jahr 2023, London. Gar nicht so lange hin, gar nicht so weit weg, aber unrealistisch. Wie soll das mit zwei kleinen Kindern funktionieren? Spoilerwarnung: Es hat funktioniert. Die Star Wars Celebration war für mich immer so weit weg und mit so viel Aufwand und Kosten verbunden, dass ich es in der Vergangenheit nicht einmal in Erwägung gezogen hatte, je dort hinzufahren. Ach was rede ich da! Das eigentliche Hauptproblem war immer, dass ich niemanden kannte, der mich begleitet hätte. „3 Tage Star Wars Messe? Puh ne, das ist nichts für mich, sorry.“ Doch dieses Mal hatte ich die Rechnung ohne meine Frau und ohne Daniel gemacht. Als ich meine Frau eher scherzhaft fragte, ob wir nächstes Jahr mit Kind und Kegel auf die Star Wars Celebration nach London fahren wollen sagte sie einfach: „Ja“. Ich war erstmal sprachlos.

Zunächst waren auch viele der oben genannten Star Wars-Begeisterten Feuer und Flamme. Bei manchen war es nur Dampfgeplaudere, andere hatten einen wirklich triftigen Grund warum es dann doch nicht geklappt hat. Fakt ist, dass aus dieser Gruppe am Ende des Tages nur einer mitgekommen ist, nämlich mein Podcastpartner Daniel (und sein Freund Mirco). Wir kannten uns schon einige Zeit aus der berüchtigten Bucketheads Cantina (eine Geschichte für einen anderen Tag), hatten uns aber noch nie live getroffen. Und was soll ich sagen, die beiden haben uns bei der Kinderbetreuung tatkräftig unterstützt und mit angepackt, wenn uns mal die Kraft verlassen hat. Ohne euch wäre es also nicht im Ansatz so angenehm gewesen und ich muss sagen, euch kennenzulernen war eines der absoluten Highlights auf diesem Ausflug.

Die Frage ob sich das ganze gelohnt hat, hat sich an dieser Stelle ja eigentlich schon selbst beantwortet. Ja es war teuer. Ja es war unfassbar anstrengend. Ja wir hatten wahnsinniges Glück, dass keiner krank geworden ist und, dass unsere neuen Freunde mit angepackt haben, aber ich würde es auch jederzeit wieder tun. Erst im Nachhinein ist mir wieder bewusst geworden, wie sehr ich mir das immer gewünscht hatte.

Eine toxische Community, die eigentlich gar nicht existiert

Stellt euch mal vor, dass ihr in eine fremde Stadt reist um eine Großveranstaltung wie die Star Wars Celebration zu besuchen. Auf dem Weg dort hin begegnet ihr im Zug, in der U-Bahn und im Bus schon hunderten gleichgesinnten aus aller Welt. Teilweise sind die Besucher als Ahsoka, Wookies oder Mandalorianer verkleidet, andere kommen in Zivil, natürlich trotzdem nicht ohne das obligatorische Star Wars T-Shirt. Ihr kommt beim Warten, beim Schlange stehen und beim Essen regelmäßig mit diesen Leuten ins Gespräch und stellt fest, dass alle wahnsinnig nett und freundlich sind, sogar der Grinch! Keine Spur von der toxischen Star Wars Community von die sonst überall im Internet zu finden ist.

Jetzt mal ernsthaft: Auf vier Messetagen habe ich nicht eine Person getroffen, die sich über Disney, die Prequels, die Sequels, oder irgendetwas anderes ausgelassen hat. Hayden Christensen, der in den 00er Jahren noch massiv wegen seiner Verkörperung von Anakin Skywalker kritisiert wurde, wurde vom Publikum so bejubelt, dass ihm die Tränen in die Augen stiegen. Die Menge hat Daisy Ridley dafür gefeiert, dass sie (hoffentlich bald) wieder die Rolle von Rey Skywalker spielen wird. Nicht ein einziger Cosplayer hat nein gesagt als ich nach einem Foto gefragt habe und ich habe verdammt viele nach einem Foto gefragt. Man konnte sich an jeder Ecke mit völlig fremden Menschen über Filme, Serien, Bücher, Comics, Actionfiguren, Lego und alles andere austauschen was Star Wars zu bieten hat und das alles auf eine freundliche und dem Gegenüber aufgeschlossene Art und Weise.

Mir hat das so deutlich wie nie zuvor eines klar gemacht: das echte Leben findet nicht im Internet statt. Hier gibt es keine Meinungsmache, kein Clickbait und keinen Hass gegenüber der Marke Star Wars oder gegenüber bestimmten Gruppen. Auch bei Star Wars läuft viel schief, keine Frage, trotzdem sollten wir uns am Ende des Tages darauf besinnen, dass uns Star Wars zusammen bringt und, dass wir uns nicht durch Manipulation durch Medien auseinandertreiben lassen. I have spoken.

Und dann war da noch so viel mehr

Ich könnte diesen Blogartikel wahrscheinlich noch sehr lange fortsetzen. Rosario Dawson und Katee Sackhoff zu treffen war für mich wirklich toll, schließlich fand ich die beiden schon lange vor ihren Rollen in Star Wars richtig gut. Ich besitze jetzt einen signierten Ahsoka Roman und ein signiertes Bo-Katan Comic und freue ich jedes mal darüber, wenn ich eines der beiden aus dem Bücherregal nehme. Überhaupt habe ich viel aus London mitgebracht, natürlich noch mehr Romane und Comics, die es nur dort zu holen gab, aber auch Poster, Sticker und anderen Merch-Kram. Was mir aber eigentlich am wichtigsten ist sind die schönen Erinnerungen und Eindrücke von dort.

Auch wenn man wie ich wenig bis gar keine Panels besucht hat (war mit Familie einfach schwierig) gab es unglaublich viel zu sehen. Stellt euch vor ihr steht neben einem Taun Taun, einem meterhohen AT-ST oder seht Astromechdroiden vor euch herumfahren. Ich habe mir endlich mein „Vode An“ Tattoo stechen lassen und wir haben viele, viele liebenswürdige Leute kennen gelernt und Kontakte geknüpft. Am Samstag, dem letzten Messetag war es dann schließlich wieder so weit. Ort und Datum der nächsten Star Wars Celebration wurden bekannt gegeben: 18. – 20. April 2025 nahe Tokyo, Japan. Wenn es die Macht so will erfüllt sich für mich dort der nächste Wunschtraum und ich bekomme endlich meine lang ersehnte Japanreise. Dann sogar in Verbindung mit einem erneuten Besuch auf einer Star Wars Celebration, besser geht es eigentlich nicht, ich hoffe es klappt. Drückt mir die Daumen, dass ich bis dahin genug Geld zur Seite gelegt habe.

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