Die 2010er Jahre – Über Lifestyle, Disney und wie mich Star Wars wieder eingeholt hat

von | 27, Jun, 2023 | Über Star Wars

Als ich im Dezember 2017 das Kino verlassen habe war ich fassungslos. Nachdem Disney mit „Episode VII – Das Erwachen der Macht“ die Marke Star Wars zurück in die Kinos gebracht und 2016 mit „Rogue One –  A Star Wars Story“ ein grandioses Spinoff geschaffen hatte, hat „Episode VIII – Die letzten Jedi“ sämtliche Hoffnungen, die ich für das Franchise hatte zerstört und die nächsten Jahre beerdigt. Das zweite Spinoff „Solo – A Star Wars“, welches ich ebenfalls für großes Kino halte, habe ich im Jahr 2018 nicht einmal wahrgenommen und  zusammen mit „Episode IX – Der Aufstieg Skywalkers“ erst mit dem Deutschlandstart von Disney+ im Jahr 2020 gesehen.

Schade!

Einfach nur schade! Nach jahrelanger Abstinenz hatten wir uns einander endlich wieder genähert, Star Wars und ich, ehemals beste Freunde, bevor wir uns wie so oft im Leben auseinandergelebt und getrennte Interessen verfolgt haben. In den letzten Jahren hatte sich bei mir sehr viel getan, ich war mit allerlei Dingen beschäftigt, habe die Schule verlassen, einen Beruf erlernt und bin aus meinem Elternhaus ausgezogen. Star Wars stand bei alledem leider nur noch sehr selten auf dem Programm. Während ich langsam erwachsen wurde, wurde Star Wars immer kindlicher, zumindest habe ich es damals so empfunden. Mir fehlte die Ernsthaftigkeit, die Fallhöhe, die Glaubwürdigkeit, nennt es wie ihr wollt. Wer jetzt denkt: „Oh Gott, jetzt geht der Rant über die Sequels los.“ liegt falsch. Mittlerweile hat sich wieder viel verändert und ich blicke mit anderen Augen auf das Franchise. Auch zum damaligen Zeitpunkt habe ich die Sequels nicht gehasst, allerdings möchte ich sagen dürfen, dass sie meine Erwartungen einfach nicht erfüllt haben. Die Helden meiner Kindheit hatten in den Sequels keinen Platz, vielleicht war das auch gut so, wer weiss ob mir die Disney Mara Jade gefallen hätte. Die Autoren hatten nunmal eine andere Vision als ich und das ist Okay, das ist normal und nicht weiter der Rede wert. Heute bin ich für jedes bisschen Star Wars dankbar, denn eines muss ich ganz klar sagen: Lieber eine Sequel Trilogie, die mir vielleicht nich so ganz gefällt, als gar keine Sequel Trilogie.

Und dann kam Mando

Ich habe mich also anderweitig beschäftig und Star Wars einfach Star Wars sein lassen. Ich entdeckte in dieser Zeit die HBO Serien aus den 00ern für mich. „The Wire“, „Deadwood“, „Sopranos“, „Six feet under“, „Rome“… um nur einige zu nennen, haben mich mit einer glaubwürdigen Erzählweise und autentischen Charakteren abgeholt. Wie man glaubwürdige Science Fiction, Fantasy oder Horror Geschichten im Serienformat erzählt haben uns später „Battlestar Galactica“, „Game of Thrones“ und „Walking Dead“ gezeigt. Nicht umsonst haben ich und meine Mitbewohner ganze Nächte vor der Flimmerkiste verbracht.

2020 war es dann schließlich so weit. Im März startete auch in Deutschland der Hauseigene Steramingdienst des Disney Konzerns, Disney+. Fast zeitgleich wurde von der WHO eine weltweite Pandemie ausgerufen. Für viele von uns bedeutete das Quarantäne, Ungewissheit, Sorgen, Angst… Da tat es ganz gut, dass man mit wenigen Mausklicks in ein altbekanntes Universum abtauchen konnte. Allerdings hatte sich irgendetwas geändert! The Mandalorian war kein Kinofilm, keine Animationsserie, sondern wie man so schön sagt eine „Live Action“ Serie, also mit echten Schauspielern. Was ich dort zu sehen bekam war großartig! Mandalorianer in voller Rüstung, hartgesottene Kopfgeldjäger, coole Raumschiffe und natürlich Baby Yoda! Da war es also, Star Wars, das eine Symbiose geschaffen hatte

Mandalorianer in voller Rüstung, hartgesottene Kopfgeldjäger, coole Raumschiffe und natürlich Baby Yoda! Da war es also, ein Star Wars, das eine Symbiose zwischen dem alten und dem neuen geschaffen hatte. „The Mandalorian“ vereinte für mich alle Star Wars Elemente, die ernsthaften und die spaßigen, die realistischen und die fantastischen, die spirituellen und die technischen, den Kampf zwischen gut und böse, genauso wie das Motiv der gefundenen Familie und der Macht. Man könnte fast sagen, dass „The Mandalorian“ mich wieder versöhnlich gestimmt hat. Mir ist es in den folgenden Jahren leichter gefallen Dinge im Star Wars Universum zu akzeptieren, die mir weniger gut gefallen haben, schließlich gab es genügend anderes über das man sich freuen konnte.

The Mandalorian steht für mich stellvertretend für eine neue Ära im Star Wars Kosmos. Ich meine damit nicht die Disney Ära, sehr wohl aber die Disney+ Ära. Jedes Jahr werden wir mit hochkarätigen Serien versorgt, über deren Inhalt man sicherlich diskutieren aber meiner Meinung nach nicht streiten kann. Star Wars lebt – What a time to be a Star Wars Fan!

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1 Kommentar

  1. Ich entschuldige mich aufrichtig für diesen Kommentar! Aber ich teste einige Software zum Ruhm unseres Landes und ihr positives Ergebnis wird dazu beitragen, die Beziehungen Deutschlands im globalen Internet zu stärken. Ich möchte mich noch einmal aufrichtig entschuldigen und liebe Grüße 🙂

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